Das Dorf Skattegirren/Groschenweide:
Daten der Besiedlung/Dorfgeschichte

573
Vom Prussenkönig Vidinitus erhielt sein Sohn Scalto Schalauen, das Gebiet an der Memel

1273 - 1283
Der Deutsche Orden wurde Herrscher über Schalauen

1384
wurde der erste Ordensweg - der 43. Weg - durch die Wildnis des späteren Kirchspiels Jurgaitschen beschrieben

bis 1400
gab es in Schalauen nur die Ansiedlungen bei Ragnit

1427 u. 1448
reiste der oberste Ordensmarschall von Ragnit durch die Wildnis nach Taplaken und zurück

1576
entstand die erste Karte von Ostpreußen von Caspar Hennenberger. Das Kirchspielgebiet war damals noch tiefe Wildnis

um 1580
entstanden die ersten amtsbäuerlichen Ansiedlungen im Kirchspiel

1630
wurden auf der ersten Karte von Schillen auch 28 Orte im Kirchspiel Jurgaitschen genannt

ab 1640
entstanden die ersten Schatullsiedlungen. Im Kirchspiel wurden ab 1678 acht Schatulldörfer berahmt (gegründet)

am 15.1.1682
erhielt der Landmesser Christoph Groschen den Berahmungskontrakt über 14 Huben und 15 Morgen im neuen Dorf Skattiggirren

am 6.10.1688
erfolgte die Confirmation (Bestätigung) durch Kurfürst Friedrich zu Coeln an der Spree

1708 - 1710
Die große Pest wütete auch im Bereich Jurgaitschen

1725
wurde das Dorf Skattiggirren geteilt in Groß Skattiggirren mit 9 Huben und 15 Morgen und Klein Skattiggirren mit 5 Huben

1730 - 1736
die ersten Praetationstabellen (Personenerhebungen) wurden erstellt. Im Dorf gab es 11 Wirthe mit deutschen bzw. litauischen Namen

1732
kamen Salzburger Emigranten nach Ostpreußen, vermutlich auch nach Skattiggirren wie z.B. Schreiber und Bretthauer

am 19.8.1755
erfolgte die erste Eintragung von Odaus-Hoeffchen im Amt Balgarden (Tilsit)

im Mai 1766
kamen vom Bauerndorf Schillupischken 23 Morgen oletzkoisch Maß hinzu. Die Vermessung erfolgte 1765 durch den Condukteur Hartknoch

im Januar 1766
erhielt Klein Skattiggirren eine Erbverschreibung, die am 17. Sept. 1779 in Berlin bestätigt wurde. Für Groß Skattiggirren erfolgte die Erbverschreibung zusammen mit dem Berahmungskontrakt

1766 - 1772
erfolgte eine weitere amtliche Erhebung der Dörfer mit ihren Wirthen und Einsaaßen. Im gesamten Dorf waren 11 Wirthe ansässig

am 15.9.1779 erfolgte die Bestätigung in Berlin, dass nun Klein Skattiggirren 5 Huben-Culmisch und 23 Morgen-Oletzkoisch groß war

am 19.6.1784
erfolgte in Berlin die Bestätigung für Odaus-Hoeffchen

1783 und 1795
erfolgten umfangreiche Dorferhebungen (Actum und Prätationslisten) zur steuerlichen Kontrolle.
Im späteren Dorf Groschenweide gab es 1795 12 Höfe. Unter den Wirthen waren auch einige Salzburger

1796 - 1802
entstand die erste vollständige Landkarte von Alt-Preußen. Diese Karte von Schroetter enthält bereits alle Orte im Kirchspiel

um 1830
wurde in Klein Skattegirren auf dem Hof Adomeit eine Windmühle gebaut

um 1835
wurden einige Höfe zusammen gelegt. In Groß Skattegirren entstanden aus sechs kleineren Hofstellen drei große Höfe

1845
Skattegirren kam von Schillen in das neue Kirchspiel Jurgaitschen











Bild links:
im Hintergrund der
Hof Emil Mau
Personen im Vordergrund unbekannt




um 1890
Viele Höfe wurden baulich verändert und Ställe und Scheunen gebaut

1906 bis 1908
Im Gebiet des Gutes Odaushöfchen entstanden viele kleine Höfe

um 1910
wurden die Felder drainiert

um 1920
In der Rinderhaltung wurde Herdbuchvieh eingeführt






Bild links: Hof Julius Kukulies









1923
Das Dorf erhielt Elektrizität

1926
Zwischen Schillupischken und Schillen wurde eine Kiesstraße gebaut

1931
Für Skattegirren und Laugallen wurde eine Schule gebaut

1934
Die Orte Groß- und Klein Skattegirren und Odaushöfchen erhielten den neuen Namen Groschenweide

1944
Groschenweide hatte 230 Einwohner. Es gab 35 Höfe mit zusammen rd. 460 ha bewirtschafteter Fläche einschließlich Waldwiesen

1944 bis 1948
Flucht und Vertreibung. Aus Groschenweide wurde Otradnoe

1985
Die letzten Häuser wurden abgebrochen und der Boden eingeebnet

1996
Die letzte Baulichkeit, die Trafostation wurde entfernt

2000
Das Dorf existiert nicht mehr.
Nur noch einige Wege, Bäume, Teiche, Restgärten und Friedhöfe erinnern an die deutsche Vergangenheit


Autor: © 1998 Botho Eckert, Bad Salzuflen, geboren in Skattegirren
Bilder: Botho Eckert
Verzeichnis Groschenweide(Anfang)



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.12.2001

www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Dienstag, 14. Dezember 2010