Ksp. Breitenstein : Gewerbe und Handwerk
Rudolf Gutzeit:
Bau- , Möbel- und Sargtischlerei

Am 1.Mai 1931 erfolgte der Umzug der Familie - Tischlermeister Rudolf Gutzeit geb. in Grünbaum Kreis Preußisch Eylau, Ehefrau Dorothea, geb. Kolbe, geb. in Gerdauen (Damenschneiderin), Tochter Christa, geb. in Gerdauen - nach Kraupischken mit Übernahme der Tischlerei Gustav Nucklies und Czock auf Pacht. Von da an bis zur Flucht Bau- Möbel- und Sargtischlerei Rudolf Gutzeit

Der Betrieb wurde von Gustav Nucklies vor 1900 gegründet. Später wurde sie vom Schwiegersohn Czock bis 1931 weitergeführt.

Der Betrieb befand sich am Ortseingang( Haus Nr. 4). Das Anwesen bestand aus 2 gleich großen bzw. langen Gebäuden. Zur Straße das Wohnhaus, links 2 Wohnungen, rechts unsere Wohnung und unser Geschäft, in der oberen Etage noch 4 Mansardenwohnungen. Das hintere Gebäude war die Werkstatt und für jeden Mieter ein kleiner Stall.

Die Werkstatt war ca. 100-150 qm groß, darüber der Boden als Holzlager und die Gesellenkammer. Dort schliefen die Gesellen und Lehrlinge in der Woche, die von Außerhalb kamen.




Breitenstein:
Bau- und Möbelschreinerei, Sargtischlerei Rudolf Gutzeit



1931 führte mein Vater mit Herrn Gause als Altgeselle und einem Lehrling die Tischlerei. Später wurden 3-4 Gesellen, 2-4 Lehrlinge, je nach Arbeit öfter auch mal Wandergesellen und eine Hausangestellte beschäftigt. Die Gesellen und Lehrlinge von Außerhalb waren bei uns auch in Kost.
Mein Vater hatte den Großauftrag für Ladeneinrichtungen der Firma Tams und Garfs in ganz Ostpreußen (Breitenstein, Insterburg, Königsberg, Tilsit usw.) bekommen. Zu der Zeit wurden 12 Leute beschäftigt. Im September 1939 wurden viele Gesellen, mein Vater und mein Onkel Erich Gutzeit, der auch bei uns Geselle war, eingezogen.

Die letzten Aufträge erledigte meine Mutter mit den verbliebenen Leuten und einem polnischen Gefangenen, später kam ein Franzose hinzu. 1941 wurden Panzerjäger im Ort einquartiert, die die Werkstatt anmieteten, um Autoaufbauten usw. für die Wehrmacht anzufertigen.

Durch den Tod unserer Mutter kam mein Vater 1942 als Unteroffizier zurück und kümmerte sich teilweise um die Tischlerei, da er mit der Bewachung und Kontrolle von Kriegsgefangenen in der ganzen Gegend und Umgebung beauftragt war.

1944 mussten wir aus Breitenstein flüchten. Mein Vater ist 1945 mit den Kriegsgefangenen geflüchtet.

Quelle : © Juli 2002 Bilder und Text von Hannelore Heeling, geb. Gutzeit; D-46049 Oberhausen

Gewerbe und Handwerk



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Sonntag, 6. Februar 2011