Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Sassenhöhe - Augsgirren

Das Dorf Sassenhöhe hieß früher Augsgirren.
Folgende Bauern mit der. angegebenen Hektargröße wohnten dort:

Nassowitz, Ewald ................9,71 ha
Frey, Karl ............................26,75 ha
Lenuweit, Kurt ....................10,00 ha
Meyhöfer, Ernst ..................17,50 ha
Rautenberg, Franz .............15,25 ha
Rautenberg, Max ..................9,00 ha
Romeiks, Fritz ......................5,25 ha
Ruhnke, Adolf .......................3,00 ha
Dreginat, Franz ....................7,00 ha
Kucknat, Emil .....................13,00 ha
Lenkeit, Walter .....................2,50 ha
Neubacher, Ferdinand ........9,50 ha
Reiner, Enma .....................17,50 ha

Der Bürgermeister des Ortes war Walter Lenkeit. Der älteste Hof war der von Franz Rautenberg, er soll vier Generationen den gleichen Namen getragen haben. Der Ort war nicht elektrifiziert. Die Schulkinder mußten nach Neudorf zur Schule gehen.

1785:
Augstgirren oder Metschullen:
Königliches Bauerndorf mit 8 Feuerstellen.
1822:
Nach Prästationstabellen vom 3.4.1822 hatte das Dorf 21 Huben 11 Morgen 80 Ruthen und hatte an Abgaben zu zahlen:
182 Reichsthaler, 7 Silbergroschen und 10 6/9 Pfennig

Bewohner: Eigentümer,
Freigewordene Immediat-Einsassen
Erdmann Ensuleit ...........................0 Huben 27 Morgen 104 1/2 Ruten.
Erdmann Siebert ............................0 Huben 6 Morgen 23 Ruthen
Leopold Batenberg ........................0 Huben 27 Morgen 104 Ruthen
Christoph Studigkeit ......................2 Huben 1 Morgen 32 Ruthen
Hans Salmoneit...............................1 Huben 52 Morgen
Gottfried Brost 2 Huben 1 Morgen 52 Ruthen
Gottfried Will 2 Huben 1 Morgen 32 Ruthen
Jurge Schlamat 0 Huben 20 Morgen 8 Ruhten
Gottfried Brost 2 Huben 0 Morgen 25 Ruthen
oh. Rotenberg 2 Huben 1 Morgen 32 Ruthen
1839:
Augsgirren - Bauerndorf mit 13 Feuerstellen und 84 evangelischen Christen.

1863:
Augsgirren - schatull-freies Dorf.
Grundfläche : 938 Morgen 122 Ruthen
Viehstand: 24 Pferde, 63 Rinder , 44 Schafe, 22 Schweine
Gebäude : 41 - Bewohner: 125
Steuern:
Grundsteuer:
Klassensteuer :
Kreisabgabe:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:






51 Thaler 26 .Silbergroschen. 0 Pfennige
87 Thaler ; 5 Silbergroschen 7 Pfennige"
25 Thaler 4 Silbergroschen 11 Pfennige
23 Thaler, 14 Silbergroschen 11 Pfennige
2 Scheffel 5 Metzen Roggen
1 Scheffel 21/2 Metzen Gerste
6 Zentner 27 Pfund Heu -
23 Bund 8 Pfund Stroh
7 Thaler 5 Silbergroschen
für die Schule Sassupoenen.

1864(69):
117 Einwohner, 792 Morgen Ackerland (hauptsächlich Kl.5+6), 92 1/2 Morgen Wiesen, Gesamtfläche 940 Morgen. 18 Wohngebäude, 29 steuerfreie Gebäude.

1871:
18 Wohngebäude 25 Haushalte, 112 Einwohner, alle evangelisch, 12 Analphabeten.

1905:
Gesamtfläche 193,6 ha, 12 Wohnhäuser , 12 Haushalte, 72 Personen, alle evangelisch, 66 deutschsprechend, 6 litauisch.

1931:
Gesamtfläche 194 ha, 73 evangelische Einwohner.

1939(43):
Sassenhöhe: 18 Haushalte., 64 Personen, 47 in Land- und Forstwirtschaft, 9 in Industrie und Handwerk, keine Beamten, 33 selbständig, 19 mithelfend, 4 Arbeiter. 4 Betriebe von 0,5-5 ha, 5 von 5-10 ha, 2 von IQ-20 ha, 2 von 20-100 ha.

Emil Schäfer, Sassenhöhe, schreibt:

Die Gemeinde Sassenhöhe war eine reine landwirtschaftliche Gemeinde von 194 ha Größe. Die Einwohner haben sich nicht nur aus der Landwirtschaft ernährt, sondern sie hatten einen sehr hohen Überschuß an landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Die Sassuppe, die bei Kauschen in die Eymenis floß, durchzog die ganze Gemeinde. Hier waren fette Wiesen und Weidegärten und fast immer fließend Wasser. Die Vieh- und Pferdezucht gedieh daher sehr prächtig. Es waren 14 Betriebe mit 76 Einwohnern. Die Betriebsgrößen waren sehr verschieden. Der kleinste Betrieb mit 12 Morgen gehörte dem Schneidermeister Mittag, der eine sehr große Kinderschar hatte, aber ein ausgezeichneter Schneider war. Die anderen Betriebe vergrößerten sich so allmählich, der größte Hof war 108 Morgen groß.
Es waren fast alles Familienbetriebe, die ihre Landwirtschaft glücklich und friedlich und mit viel Liebe betrieben. Der nächste Marktflecken war das 7 km entfernte Breitenstein (Kraupischken). Dort war jeden Donnerstag Wochenmarkt, dort konnte man sämtliche landwirtschaftlichen Erzeugnisse verkaufen. In den zwanziger Jahren waren die landwirtschaftlichen Erzeugnisse so billig, daß sie gar nicht die Herstellungskosten deckten. In den kleinen Betrieben waren die Erzeugnisse meistens Schweine, Butter und Eier. Weil die Molkerei zu weit war, wurde die Milch im Betrieb verarbeitet. Und so kam es vor, daß im Sommer bei großer Hitze, wenn man in Breitenstein ankam, man die Butter trinken konnte. Und wenn sie der Butterhändler noch abnahm, dann gab er 60 bis 70 Pf. das Pfund. Die Eier kosteten damals 3 Pf. das Stück und Schweine 28 bis 30 Mark der Zentner Lebendgewicht.
Aber für Hitler war diese Zeit sehr segensreich.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Sassenhöhe (Einw.:64 ; Fläche: 194 ha )
    • alter Namen: Augsgirren
    • nach 1945 : Zastol´e
Anmerkung : zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1298 (Stablacken) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Sonntag, 13. Februar 2011