Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Paßleiden - Paszleitszen

Bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts hieß der Ort auch Jodplauken. Zum Dorf gehörten 7 Besitzer mit folgender Hektargröße:

Baltrusch, Ernst ......................... 93,58 ha
Knocks, Adolf .............................12,50 ha
Mertinat, Gertrud .......................14,00 ha
Bacher, Ewald ...........................40,00 ha
Balluweit, Joh. ...........................12,00 ha
Noreiks, Otto .............................11,50 ha
Stern, Adolf ................................10,50 ha

Ein großer Sohn unserer Heimat hat in Paszleitschen am 17.2.1857 das Licht der Welt erblickt. Es war der unter dem Namen Prof. Dr. Hannes Abromeit bekannte Pflanzenkenner und Erforscher der Flora Ost- und Westpreußens. Im Gutshaus von Baltrusch, dessen Vorbesitzer die Familien Friedrich und Radtke waren, ist er geboren. Er besuchte die Höhere Bürgerschule in Gumbinnen, später das Realgymnasium auf der Burg in Königsberg. Studium in Königsberg. Lange Jahre Assistent am Botanischen Institut, 1912 wurde er "Außerordentlicher Professor". Wohl keiner hat so viel zur Kenntnis der ostpreußischen Pflanzenwelt beigetragen wie Professor Abromeit. Von seinen vielen Schriften hier nur 2 (aus Kuhnke, Heimatbuch des Kreises Tilsit-Ragnit): "Flora von Ost- und Westpreußen" (1903) und "Schutz der botanischen Naturdenkmäler in Ostpreußen" (1907). Eine Reihe von Pflanzen, die er entdeckte, trägt ihm zu Ehren seinen Namen. So gehört Professor Dr. Joh. Abromeit zu den verdienstvollsten Heimatforschern.

Ludwig Friedrich erwarb 1884 das Gut vom Vater des Professor Abromeit. Seit 1921 wurde das Grundstück auf Weidewirtschaft umgestellt. Als günstige Tränke für das Vieh durchfloß das Flüßchen Draugupp die Weidegärten.

Die Schulkinder von Paschleiden gingen nach Bergental zur Schule. Bis zum Jahre 1900 wurde die Post dreimal wöchentlich zu Pferde von Raudonatschen bestellt, später durch Briefträger von Draugupönen täglich. Die Bahnstation für Paschleiden war Rautenberg, 14 km vom Ort entfernt. Paschleiden hatte keinen Elektrizitäts-Anschluß. Als Bürgermeister der Gemeinde ist nur der Name des letzten, Johann Balluweit, bekannt.

Paszleidschen/Paszleidszen wird schon im Kirchspielverzeichnis von 1590 genannt. Damals heißt es Paschluschey. In einer Beschreibung von 1595 wird von Paschlüssen gesagt, daß es 5 Hufen 15 Morgen Acker und 5 Morgen "ischdeggen" hat,


1785:
Paschlaitschen oder Jodplauken, Königliches Bauerndorf.
Nach Prästationstabellen von 1822 besitzt es 22 Hufen, 10 Morgen 137 Ruthen.

Bauern - Freigewordene
Jakob Naujokat ............................... 2 Hufen 1 Morgen... 52 Ruten
Baltszies Naujokat ..............................................................52 Ruten
Closzmies Paulatis
Michel Girnuweit .................................................................52 Ruten
Hans Sonnkat .....................................................................52 Ruten
Jakob Stashus (früher Jürge Gallinat) ...............................52 Ruten
Michel Strashat ...............................1 Hufen 0 Morgen... 113 Ruten
Hans Abromeit .................................2 Hufen 1 Morgen... 52 Ruten

Eigenkätner
Chrishan Swedatis (fr.Christoph Lange) .......................138 Ruten"
Jurgis Wirbuleitis ...............................................................69 Ruten
Jurgis Naujokat
Jurgis Muschlatis
1839:
Bauerndorf, Sprache litauisch und deutsch, 15 Feuerstellen, 99 evangelische Christen

1863:
Paschleiden, schatull - freies Dorf mit einer Grundfläche von 735 Morgen 160 Ruthen. Viehbestand: 23 Pferde, 50 Rinder 54 Schafe, 29 Schweine.
Gebäude: 34 - Personen: 134
Steuern:
Grundsteuer
Klassensteuer
Kreisabgaben
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:




43 Thaler 21 Silbergroschen
91 Thaler 26 Silbergroschen 3 Pfennige
29 Thaler 13 Silbergroschen 9 Pfennige
19 Thaler 26 Silbergroschen 6 Pfennige
2 Scheffel 2 Metzen Roggen
1 Scheffel 1 Metzen Gerste
5 Zentner 16 Pfund Heu - 23 Bund 5 Pfund Stroh
6 Thaler 21 Silbergroschen. 6 Pfennige
für die Schule Schuppinnen.
1864:
116 Einwohner, 641 Morgen Ackerland (hauptsächlich Kl.5), 109 Morgen Wiesen, Gesamtflächeninhalt 760 Morgen. 15 Wohngebäude, 2 gewerbliche Gebäude, 21 steuerfreie Gebäude.

1871:
Paszleidszen: 14 Wohngebäude, 22 Haushaltungen, 112 Einwohner, alle evangelisch

1905:
203 ha Gesamtfläche, 12 Wohnhäuser, 16 Haushaltungen, 87 Personen, 86 deutsch, 1 litauisch.

1925:
Flächengröße 203 ha, 11 Wohnhäuser, 14 Haushalte, 57 Einwohner, alle evangelisch.

1939 :
Paßleiden
1943:
Paßleiden: 12 Haushaltungen, 40 Personen, 29 in der Landwirtschaft beschäftigt, 1 Handwerker, 9 Selbständige, 11 mithelfende Familienangehörige. Keine Beamten und Angestellte, 12 Arbeiter. 5 Grundstücke zwischen 10 und 20 ha, 3 Grundstücke zwischen 20 u. 100 ha.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Paßleiden (Einw.: 40 ; Fläche: 203 ha )
    • alter Namen: Paschleidschen (Paszleidszen)
    • ältere Namen : Pachluschey (um 1590) oder Paschlüssen (um1595)
    • weitere Namen : Paschlaitschen oder Jodplauken ( um 1785)

Anmerkung:
1) zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein
2) das Dorf existiert nicht mehr

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1299 (Mallwen) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2011
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Samstag, 12. Februar 2011