Breitenstein heute: Uljanowo
60 Jahre Schule in Uljanowo
25 Jahre Museum von Schuldirektor Juri Userzow
17. November 2006

Juri Userzow hat mit großem Erfolg und viel Anerkennung sein Jubiläum in Uljanowo gefeiert. 60 Jahre besteht die Schule und 25 Jahre sein mit soviel Herzblut aufgebautes und wachsendes Museum. Erstmals wurde in der nun renovierten Turnhalle gefeiert. 100 Stühle waren gemietet, und in Gegenwart zahlreicher öffentlicher Prominenz, angeführt vom Landrat des Kreises Neman / Ragnit Alexander Melnikow, wurden vier Stunden ein buntes Programm geboten und verschiedene Grußworte verlesen. Schüler und Einwohner Uljanowos haben ein fröhliches Fest begangen, das noch lange für sie lebendig sein wird. Die Ragniter Zeitung hat darüber zwei Beiträge gebracht, die uns leider nicht vorliegen. Juri Userzow hatte auf russisch ein DIN A 4 Faltblatt in Farbe gestaltet und den Einladungen beigefügt. Einen Ausschnitt finden Sie am Ende dieses Berichtes.

Übersetzung des Faltblattes von Juri Userzow anläßlich des 25jährigen Bestehens des Museums und 60 Jahre der Schule in Uljanowo von Hans Dzieran:

"Die Ausstellung zeigt in vier Räumen eine einzigartige Sammlung von Gegenständen, Fotos, Dokumenten und privaten Briefen. Besucher des Museums kommen aus den USA, Österreich, Australien, Kanada, Brasilien, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Schweiz und vielen anderen Ländern (Anmerkung: Es ist erstaunlich, wie die Ostpreußen aus Breitenstein in der Welt verbreitet sind und sehnsuchtsvoll irgendwann zu ihren Wurzeln zurückkommen). Zu den Ehrengästen zählt der Metropolit des Kaliningrader Gebiets Cyryll. Die Ausstellung findet reges Interesse, sie enthält auch Raritäten aus dem großen Vaterländischen Krieg wie Ausrüstungen, Waffen und Auszeichnungen.

Unser Schulmuseum vereint die Völker. Es spricht in Güte und Wahrhaftigkeit, und es erinnert jeden Menschen daran, wie wichtig der Frieden auf Erden ist. Das Museum ist weit bekannt, hier finden Exkursionen und Museumsseminare statt. Die Schüler nehmen an heimatkundlichen Konferenzen teil.
Nadja Schalimowa"

Dank der Arbeit des Museums wurden unterbrochene Verbindungen zwischen ehemaligen Ostpreußen und ihren Verwandten wieder hergestellt, die das Schicksal in alle Ecken unseres Planeten verstreut hatte. Das bezeugen laufend Dankesschreiben.

"Mir ist jedoch klar, warum ständig soviel Leute aus Deutschland zu Dir kommen, und ich werde bei meinem nächsten Besuch in der alten Heimat wieder zu Dir kommen. Denn in dem von Dir geschaffenen Museum trifft sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es ist eine schöne Möglichkeit, im Verständnis für die Vergangenheit Brücken der Freundschaft zwischen den Menschen zu schlagen."
Oskar Wohlgemut, Staßfurt, August 2004

Für die Kreisgemeinschaft hatte Hartmut Preuß ein Grußwort geschrieben, die Stadt Lütjenburg und ich als Vertreterin für die Breitensteiner ebenfalls.(siehe unten)

Für die Schüler haben wir sechs Holzspielkästen mit je 20 Spielen besorgt, in denen alle gängigen Brettspiele vertreten sind, so daß eigentlich alle Schüler jeweils an einem Spiel mitmachen können. Da ein Kasten ca. 2,5 kg wiegt, haben wir erst einmal einen nach Uljanowo geschickt, die anderen wird Juri Userzow sich bei seinem nächsten Besuch mit einer Schülergruppe voraussichtlich im September abholen können.

Die Uljanowoer elfklassige Schule wird jetzt zu einer Mittelpunktschule, da viele Landbewohner wegziehen, dorthin, wo es Arbeit gibt. Dadurch verringern sich die Klassengrößen. Juri Userzow übernimmt aus Hohensalzburg / Lulino und Altenkirch zum Herbst Schüler; so steigt die Gesamtzahl auf etwas über 200. Diese Frequenz hat er schon früher unterrichtet. So dürfte der Platz reichen.

Katharina Willemer


Grußworte zum 25jährigen Jubiläum des Museums von Schuldirektor Juri Userzow und zum 60jährigen Jubiläum der Schule Uljanowo.

Grußwort der Stadt Lütjenburg

Die Stadt Lütjenburg gratuliert ihrer Partnergemeinde Uijanowo zur 60-Jahrfeier der Schule und zur 25-Jahrfeier des Museums.

Wir konnten bei unserem Besuch im Oktober 2004 sehen, wie gut die Schule geführt wurde. Außerdem haben wir mit großer Freude festgestellt, wie gut das russisch-deutsche Museum die ganze Geschichte unserer Partnergemeinde früher und heute zeigt. Wir haben hohen Respekt vor der Leistung des Schulleiters und Museumsdirektors Juri Userzow. Hat er doch das Museum aus kleinsten Anfängen aufgebaut. Wir würden uns freuen, wenn diese Leistung anerkannt und das Museum auch in Zukunft weiter ausgebaut werden könnte.

Wir wünschen der Jubiläumsversammlung einen guten Verlauf.

Lothar Ocker
Bürgervorsteher

Volker Zillmann
Vorsitzender der Kommission

Thomas Hansen
1. Stellv. Bürgermeister


Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e. V.

Lieber Juri!

Einen herzlichen Glückwunsch von Hartmut Preuß und den alten Bewohnern aus Kraupischken Kreis Tilsit-Ragnit zum 25jährigen Jubiläum des Ostpreußen-Museums in Uljanowo / Kraupischken.

Ohne Deinen unermüdlichen Einsatz und Willen wäre so ein Museum in Uljanowo nicht zustande gekommen.

Deine Vision, der jetzt in Ostpreußen und im Kreis Tilsit-Ragnit lebenden Bevölkerung, die jahrhundertlange Vergangenheit mit Deinen und von Deinen Schülern gesammelten Exponaten näherzubringen, ist Dir wunderbar gelungen. Wir noch lebenden Ostpreußen und Kraupischker kommen auch deshalb gerne in unsere alte Heimat, um bei Dir im Museum etwas über unsere Vergangenheit zu erfahren. Auch hast Du viele Menschen und Verwandte, die nichts voneinander wußten, daß sie noch leben, zusammengebracht.

Wir alle, die Dich kennen, bewundern deinen Willen und die Strapazen, die Du jedes Mal auf Dich nimmst, um die alten Bewohner aus Ostpreußen aufzusuchen und etwas aus der Vergangenheit zu erfahren und zu finden. Wenn es Schwierigkeiten gibt, erreichst du die Menschen mit Deinem Spruch: "Was bringt es Dir, wenn die Sachen im Keller liegen, da sehen nur die Mäuse und Du die Bilder und Erinnerungstücke". Damit hast Du fast immer Glück, daß Dir dann die Leute sehr viele Dinge für das Museum überlassen.

Wir alle wünschen Dir weiterhin Gesundheit für die Zukunft, damit Du noch oft die alten Ostpreußen besuchen kannst und viele Dinge für Dein wunderbares Museum findest.

Auch wenn Du mal Schwierigkeiten mit Deinem Visum und der Botschaft hast, lasse Dich bitte nicht entmutigen und mache weiter wie bisher. Viel Glück und Erfolg für die nächsten 25 Jahre wünschen
Hartmut Preuß
und die Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit


Kirchspielvertreterin von Kraupiscken/Breitenstein

Lieber Juri, liebe Gäste!

Mit Freude und Stolz feierst Du, lieber Juri Userzow, und Sie als Gäste heute das silberne Jubiläum eines besonderen Museums. Schon Ihre Gegenwart ist Beweis Ihrer Anerkennung und des Respekts, den Sie dem Gründer und Leiter zollen, und es unterstreicht, dieses Museum ist wichtig, bedarf der Unterstützung und sehr nachdrücklich einer Zukunftssicherung von kompetenter Seite. In 25 Jahren ist aus den kleinen Anfängen mit Fundstücken aus alten deutschen Häusern des Ortes und Zeugnissen der ersten russischen Ansiedlungen der neuen Bevölkerung die Sammlung entstanden und gewachsen. Inzwischen ist der Materialbestand Aussage für die Geschichte von ganz Nordostpreußen geworden. Ehemalige Bewohner bringen sehr persönliche Familiendokumente, oft im Original, also "Kostbarkeiten", nach Uljanowo. Sie sind der Meinung, Juris Museum ist der richtige Ort, um die eigene Geschichte für die Zukunft zu erhalten. Insbesondere Breitenstein / Kraupischken ist als Kirchspiel umfassend belegt und greifbar vorgestellt und baut so auf lebendige Weise Brücken zwischen Menschenschicksalen verschiedener Völker.

Juri, einen dicken Weltatlas bekam ich geschenkt, und auf der Karte für Europa fand ich das kleine Uljanowo, aber Lütjenburg und Buxtehude waren dort nicht verzeichnet.

Diese Karte dokumentiert doch mit einem kleinen Augenzwinkern: Uljanowo ist ein wichtiger Ort im Gebiet und natürlich deswegen, weil es dort Dein Museum gibt. Ohne Dich, Deinen unermüdlichen Einsatz, der eifrigen Kontaktpflege in ganz Deutschland, um die Papiere und Fotos, Karten und Dokumente in den ostpreußischen Familien zu bekommen, wäre der heutige Stand nie erreicht. Sammeln ist das Eine, ordnen und präsentieren das Andere, und letzteres ist Dir unzweifelhaft meisterlich gelungen.

Die offiziellen Vertreter des Kreises Neman, des Kaliningrader Gebiets, die Institutionen und die Presse sind hoffentlich alle zahlreich erschienen, denn auch der Anlaß, 60 Jahre Bestehen der Schule zu feiern, ist eine weitere schöne Verpflichtung, heute hier zu sein.

Die Breitensteiner-Kraupischker überreichen der Schule 6 Spielkästen mit jeweils 20 Spielen, so daß theoretisch alle Schüler von Uljanowo mitspielen können. Heute ist es das erste, die weiteren 5 werden bei Gelegenheit nach Uljanowo folgen.

Und Sie können sich alle selber überzeugen, das Museum braucht mehr Platz, vier Schulräume sind einfach zu wenig. Werden Sie, geehrte Verantwortliche, aktiv, schaffen Sie neue Fakten für eine gesicherte Zukunft Ihres auf seine Weise berühmten Museums. Nachkommende Generationen sollten stolz sein, daß durch Sie Uljanowo auf der großen Landkarte ein lohnendes Ziel ist. Lassen Sie Juri nicht weiter ein Alleinkämpfer sein, geben Sie ihm und der Sammlung Sicherheit für den Fortbestand in geeigneten, sicheren Räumen, vielleicht in einem anderen Gebäude, oder binden Sie das Museum mit ausreichend Platz in diese Schule ein. Schieben Sie Lösungen nicht „auf die lange Bank". Sie müssen jetzt gefunden werden! Diese Investitionen werden sich für den Kreis, ja für das ganze Gebiet segensreich auswirken.

Aber heute gilt mein Dank, der Dank des Kirchspiels Kraupischken, der Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit, der Ostpreußen, die ihre Heimat lebendig im Herzen tragen, Dir, lieber Juri, und ich denke, wir erheben uns und lassen Juri hochleben ... auf deutsch und russisch: Hoch soll er leben, dreimal hoch. Hoch! Hoch! Hoch!

Katharina Willemer,
Kirchspielvertreterin Kraupischken / Breitenstein

Autor: © 2006 Katharina Willemer
Quelle:
Heimatrundbrief "Land an der Memel" Nr. 80/2007

Breitenstein heute..../ Uljanowo



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 10.07.2007
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letzte Änderung dieser Seite : Sonntag, 6. Februar 2011