Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Marunen - Maruhnen

Die Gemeinde Maruhnen hatte insgesamt 473 ha mit 3 Betrieben und war ein Verwandtenhof. Abseits von der Straße Breitenstein-Hohensalzburg, die 1860 gebaut ist, lag das Grundstück Ketturkat, das etwa ab 1690 im Besitz der Familie gewesen sein soll. Durch Heirat der Emma Ketturkat mit dem aus Nestonweten stammenden Georg Urbons ging das Grundstück auf diesen Namen über, und war der letzte Besitzer dieses landwirtschaftlichen Betriebes Max Urbons.
Die Kinder dieses Hofes gingen in Pallmohnen zur Schule. Von Breitenstein kommen, lag zuerst links der Steinchaussee der Betrieb von Wilhelm Ketturkat. Der Vater des letzten Besitzers hatte diese ehemalige Raudonatscher Vorwerk, das früher Schackwethen hieß, gekauft und vor 1900 neuzeitlich aufgebaut. Die Schulkinder gingen in die Plauschinner Schule. Ketturkat und Urbons hatten einen gemeinsamen Friedhof, während der dritte Maruhner Besitzer Adomat einen eigenen Friedhof hatte.

Das nächste nach Hohensalzburg gelegene Grundstück war das von Gustav Adomat, der mit Minna, geb. Ketturkat, verheiratet war. Sein Vater hatte um 1900 das "Gut" Maruhnen, wie es zum Unterschied zu den vorerwähnten Wirtschaften genannt wurde, von einem von Groddeck gekauft. Die Schulkinder dieses Grundstücks mußten zur Schule nach Sallningken gehen.

Bild links:
Wohnhaus Max Urbons

Maruhnen hatte verschiedene Bodenarten. Alle 3 tüchtigen Landwirte kamen auch mit dem schweren Lehmboden zurecht und erzielten gute Ernten. Ein guter Herdbuchviehbestand war bei allen drei Besitzern aufzuweisen. Neben der Landwirtschaft hatten die Betriebe Bienenzucht und eine vorbildliche Hühner-haltung. Der Ort war elektrifiziert.

Bürgermeister und Amtsvorsteher war Wilhelm Ketturkat. Jedem Kirchspielbewohner ist dieser gütige, immer freundliche und hilfsbereite biedere Ostpreuße bekannt, er war ein Vorbild für eine echt preußische Gesinnung. Ketturkat lebt, 88jährig, heute mit seiner Schwester Frieda Schneppat im Kreis Wesermünde. Trotz seines hohen Alters hielt er es für seine Pflicht, bei den Befragungen und Aufzeichnungen, die unser Kirchspiel betreffen, mitzuhelfen.

1785:
Maruhnen oder Pladden: Königl. Bauerdorf, 6 Feuerstellen.
1816:
Nach Prästationstabellen vom 24.12.1816 besitzt das Dorf Marunnen 29 Hufen 21 Morgen 96 Ruthen.
Michel Adomat ......................1 Hufen......22 Morgen...7 Ruthen
Pritzkus Adomat ...................1 Hufen......22 Morgen ...7 Ruthen
Adam Ketturkat .....................3 Hufen.....14 Morgen....14 Ruthen
Jurge Petrikat ........................3 Hufen........3 Morgen..14 Ruthen
Michel Milotatis......................0 Hufen....... 6 Morgen
jetzt Joh. Bielefeld
Willus Getkandlat ..................1 Hufen.....22 Morgen......7 Ruthen
Jurge Getkandlat ...................1 Hufen.....22 Morgen.....7 Ruthen
Christopf Aweszus ................1 Hufen.....22 Morgen.....7 Ruthen
Chr. Aweszus jun. .................1 Hufen.... 22 Morgen.....7 Ruthen
Niklas Aweszus ....................3 Hufen.....14 Morgen.....14 Ruthen
Köllm.Krug zu Marunnen:
Köllm.Krüger Matthes Schweinberger (jetzt Christoph Wendt)

1839:
Maruhnen - Krug:
2 Feuerstellen, 15 Personen, Sprache: deutsch.
Maruhnen - Pladden:
Sprache deutsch und litauisch, 10 Feuerstellen, 57 evangelische. Christen.

1863:
Maruhnen = schatull-freies Dorf.
Grundfläche: 891 Morgen 96 Ruthen
Viehstand: 13 Pferde, 30 Rinder, 37 Schafe, 24 Schweine.
Gebäude: 16 - Bewohner: 63
Steuern:
Grundsteuer
Klassensteuer :
Kreisabgaben:
Gemeindeabgabe:
Schulabgaben:




51 Thaler 16 Silbergroschen 6 Pfennige
35 Thaler
13 Thaler 16 Silbergroschen .6 Pfennige
26 Thaler 15 Silbergroschen
1 Scheffel 10 Metzen Roggen - 12 Metzen Gerste
4 Zentner 45 Pfund Heu - 23 Bund 16 Pfund Stroh
5 Thaler 4 Silbergroschen 10 Pfennige
für die Schule Plauschinnen.

1863:
Maruhnen = köllm. Gut:
Grundflache: 471 Morgen 65 Ruthen
Viehstand: 17 Pferde, 38 Rinder, 214 Schafe, 18 Schweine.
Gebäude: 6 Bewohner: 23
Steuern:
Grundsteuer :
Klassensteuer:
Einkommensteuer:
Kreisabgabe
Gemeindeabgabe:
Schulabgaben :




3 Thaler 12 Silbergroschen
37 Thaler 15 Silbergroschen
23 Thaler 25 Silbergroschen 7 Pfennige
5 Thaler 28 Silbergroschen 11 Pfennige
15 Thaler 6 Silbergroschen 5 Pfennige
13 Metzen Roggen - 6 Metzen Gerste
2 Zentner 33 Pfund Heu - 12 Bund 8 Pfund Stroh
2 Thaler 22 Silbergroschen, 6 Pfennige
für die Schule Plauschinnen.

1864:
Maruhnen = Gemeindebezirk: 58 Einwohner, 709 Morgen Ackerland (haupts.K1.6),
163 Morgen Wiesen, 905,57 Morgen Gesamtfläche, 8 Wohngebäude, 10 steuerfreie Gebäude.

Gutsbezirk: 19 Einwohner, 268 Morgen Ackerland (haupts.K1.6),
Gesamtfläche 354 Morgen, 4 Wohngebäude, 4 steuerfreie Gebäude.

1871:
Gemeindebezirk: 6 Wohngebäude, 16 Haushalte, 60 Bewohner (1867=67 Bewohner),
57 evangelisch, 1 katholisch, 2 jüdisch, 22 Analphabeten.
Gutsbezirk: 2 Wohngebäude, 3 Haushalte, 20 Personen (1867=13 Pers.), 20 preußisch und evangelisch, 3 Analphabeten.

1905(07):
Gesamtfläche 372 ha, 6 Wohnhäuser, 12 Haushalte, 71 Personen, 71 evangelisch,
6 deutschsprachig, 65 deutsch und eine andere Sprache.
1929:
Gutsbezirk - Eigentümer Wilhelm Ketturkat, 140 ha groß.

1931:
Landgemeinde: 473 ha, 7 Wohnhäuser, 24 Haushaltungen. (1925 = 105 Personen, alle evangelisch.)
1943(39):
19 Haushalte, 100 Personen, 92 arbeiten in der Landwirtschaft, 3 in Handel und Verkehr, 12 Selbständige, 7 mithelfende Familienangehörige, 76 Arbeiter.
3 Betriebe von 100 ha und mehr.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971 (Text und Bild)

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Marunen ( Einw. :100 Fläche :473 ha )
    • alter Namen: Maruhnen
      • Marunen, Gut I
        • alter Namen: Maruhnen, Gut
      • Marunen, Gut II
        • alter Namen: Schackweihen, Gut
Anmerkung :
1) Ort und Wohnplätze zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein
2) Das Dorf existiert nicht mehr
3) Ob die beiden Güter noch existent sind , ist nicht bekannt

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1299 (Mallwen) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Samstag, 12. Februar 2011