Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Insterweide - Laugallen

Die Gemeinde Insterweide hatte 4 landwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt eine Größe von 442 ha hatten. Der älteste Betrieb war der von Walter Kühn in einer Größe von 123,98 ha. Er soll schon seit Aufhebung der Leibeigenschaft im Besitz der Familie Kühn gewesen sein.Das Gleiche gilt für den Hof des Bauern Fritz Moser, des Schwieger-sohns von Bachler.


Bild oben: Laugallen/Insterweide: Gutshaus Bruno Kühn

Das Grundstück von Bruno Kühn in der Größe von 118,35 ha war früher ein Vorwerk der Familie von Sanden, Raudonatschen, und ist vom Vater von Bruno Kühn 1890 käuflich erworben worden. Das Grundstück Heinz Wiesemann war seit 1905 im Besitz der Familie. Der Vorbesitzer war ein Gustav Eigner.

Alle Grundstücke in Insterweide hatten schweren Lehmboden und gute Insterwiesen. Die Betriebe gehörten der Herdbuchgesellschaft Insterburg an und hatten durchweg einen guten Viehbestand. Im ersten Weltkrieg waren Scheune und Stall von Walter Kühn abgebrannt und bei Bruno Kühn alle Gebäude bis auf das Wohnhaus. Die Gebrüder Bruno und Walter Kühn sind im letzten Krieg vermißt. Heinz Wiesemann, der in Italien verwundet und im Juni 1944 in einem Nürnberger Lazarett verstorben ist, wurde auf dem Heimatfriedhof in Insterweide beigesetzt.

Bild unten: Laugallen/Insterweide: Wohnhaus Richard Kühn

Durch den Ort führte ein Kiesweg, der bis zur Vertreibung nicht mehr weiter ausgebaut war. Seit 1924 hatte die Gemeinde ihre Betriebe elektrifiziert. Die Schulkinder hatten einen 2 km langen Weg nach Plauschinnen oder Sallningken.







1785:
Laugallen = Königl. Bauerdorf, Amtsbezirk Gerskullen, Kirchspiel Kraupischken,
7 Feuerstellen.

1822:
Prästationstabellen sagen aus, daß das Dorf einen Gesamtbesitz von 30 Hufen 16 Morgen 22 Ruthen hat.

Freigewordene:
Erdmann Kuenn
Zacharias Boy
Andreas Kuehn


2 Hufen 3 Morgen 49 1/2 Ruthen.
2 Hufen 3 Morgen 49 1/2 Ruthen.
2 Hufen 3 Morgen 49 1/2 Ruthen.

Eigentümer:
früher Matthias Berger
jetzt Johann Kieeelbach
Matthias Bleyer
Christian Bachler


2 Hufen 30 Morgen 50 Ruthen

1 Hufen 18 Morgen 7 Ruthen
1 Hufen 18 Morgen 7 Ruthen

Gut Laugallen (23.12.1816)
früher Trutenau und Gottfried Raade,
jetzt Leutenant Wilhelm v. Sanden
auf Adl. Tushainen




41 Hufen 14 Morgen 81 Ruthen

1839:
Erbpachtgut: Sprache deutsch und litauisch, 2 Feuerstellen,
57 evangelische Christen.
Bauerdorf: Sprache deutsch und litauisch, 6 Feuerstellen,
47 evangelische Christen.
1863:
Laugallen = schatull-freies Dorf.
Grundfläche: 916 Morgen 22 Ruthen
Viehstand: 40 Pferde , 75 Rinder, 42 Schafe, 24 Schweine
Gebäudes: 20 - Bewohner: 83
Steuern:
Grundsteuer:
Klassensteuer:
Gewerbesteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:





38 Thaler 1 Silbergroschen
93 Thaler 22 Silbergroschen "
8 Thaler
25 Thaler 6 Silbergroschen 1 Pfennige
1 Thaler 11 Silbergroschen 11 Pfennige
1 Scheffel 11 Metzen Roggen
12 Metzen Gerste
4 Zentner 73 Pfund Heu
23 Bund 18 Pfund Stroh
4 Thaler 23 Silbergroschen
für die Schule Plauschinnen.

1864:
Gemeindebezirk:
85 Einwohner, 678 Morgen Ackerfläche (haupts.Kl.4+5), Reinertrag pro Morgen 27 Silbergroschen, 244 Morgen Wiesen, Gesamtfläche 1034 Morgen, 6 Wohngebäude
2 gewerbliche Gebäude, 13 steuerfreie Gebäude

Gutsbezirk:
79 Einwohner, 426 Morgen Ackerland (haupts.Kl.4+5), Reinertrag pro Morgen
29 Silbergroschen, 282 Morgen Wiesen, Gesamtfläche 743 Morgen,
2 Wohngebäude,
4 steuerfreie Gebäude,
1871:
5 Wohngebäude., 9 Haushalte., 90 Bewohner. (1867=80 Bewohner), 90 Preußen,
89 Evangelische, 1 zu sonstigen Christen gehörig, 33 Analphabeten.

1905:
Gesamtfläche 444 ha, 7 Wohnhäuser, 16 Haushalte, 74 Personen, 72 deutschsprechend, 2 deutsch und eine andere Sprache.
1929:
Laugallen - Gut, Inhaber Bruno Kühn.
Gesamtfläche 119 ha, Viehstand: 22 Pferde, 65 Rinder, davon 25 Milchkühe, 15 Schweine.

Im Dorf Laugallen gab es noch den großen Hof von Frau Ella Kühn mit 123 ha Gesamtfläche. Viehstand: 17 Pferde, 58 Rinder (28 Milchkühe) und 10 Schweine.

7 km von Ragnit lag das Grundstück von Frau Elisabeth Wiesemann mit einer Gesamtfläche von 123 ha. Ackerland = 82 ha, Wiese 15 ha, Weide 25 ha.
Viehstand: 18 Pferde, 77 Rinder, davon 29 Milchkühe, 22 Schweine.
1931:
Gesamtfläche 442 ha, 8 Wohnhäuser, 21 Haushalte, 127 Einwohner, 127 Angehörige der Landeskirche.

1938:
Insterweide

1939:
Insterweide:
17 Haushalte, 91 Personen., 78 in der Landwirtschaft tätig, 4 Selbständige, 5 mithelfende Familienangehörige, 72 Arbeiter.
1 Betrieb von 10-20 ha, 1 = 20-100 ha, 3 = 100 ha und mehr.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971 (Text und Bilder)

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Insterweide ( Einw. : 139 Fläche : 442 ha )
    • alter Namen : Laugallen ( bis 16.07.1938)

Anmerkung:
1) zugehörig zum Ksp. Breitenstein
2) Das Dorf existiert nicht mehr

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1198 (Breitenstein) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


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Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Freitag, 11. Februar 2011