Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Gut Insterfelde

Das Gut Insterfelde gehörte zur Gemeinde Kattenhof, ebenfalls zum Schulbezirk. Laut Erkunden war Insterfelde, wie bereits beim Gut Raudonatschen erwähnt, ein Vorwerk von diesem. Die damaligen Besitzer von Gut Raudonatschen verkauften Insterfelde an einen Heisel, der es 1908 an Westphal weiterverkaufte. Der Besitz Insterfelde war ca. 900 Morgen groß, hatte Mittel- und strengen Boden. Durch intensive Bewirtschaftung hatte das Gut gute Ernteerträge zu verzeichnen. Westphal hat baulich das Grundstück sehr verbessert und eine gute Herdbuchviehherde unterhalten. Nach seinem Tode bewirtschaftete die Ehefrau das Gut mit landwirtschaftlichen Beamten bis zur Vertreibung.

Raudonatschen-Kattenhof wird schon im Zinsregieter von 1539 als zu Girrehnen gehörig genannt. Im Jahre 1542, als es ein selbständiger Ort wurde, hatte es 13 Wirte. ( Raudonatschen führte 1557 als altpreußisches Feld den Namen Raudanik als es dem Tilsiter Kaufmann Asmut Baumgalt verschrieben wurde .- Nach Waltet Grunert im Ostpreußenblatt 18.1.1964, Seite 10). Im Jahr 1687 sitzen in 4 Schulzenämtern des Bezirkes (?) Insterburg 80 Grundbesitzer, die ihr Land zu kölmischen Rechten erhalten haben, davon im Lolischen Schulzenamt Regierungs-Quartiermeister Bartfeldt zu Meschken, Frau Klein, Christian Tortilovius und Kapitain Weistmann zu Raudonatschen.

Goldbeck nennt 1785 Raudonatschen ein adliges Gut und Dorf an der Inster mit einer Windmühle, 27 Feuerstellen, zum Amtsbezirk Moulinen und Kirchspiel Kraupischken. Herr von Collrey war damals Patron der Kirche.

Die Prästationstabellen von 1822 sagen, dass zu Raudonatschen die Vorwerke Insterfelde, Weedern und Laugallen gehören. Besitzer des Gutes mit einer Schloß-Mehlmühle war Rittmeister Sander von Hoffmann, zur Zeit ist es Frau Lieutenant Aurora von Banden auf Adlig Tussainen.

Um 1838 hat das adlige Dorf 13 Feuerstellen, 102 evangelische, deutsch sprechende Bewohner, der adlige Abbau (Gutshaus) 1 Feuerstelle und 8 evangelische und deutsch sprechende Bewohner!


1863 hat das adlige Dorf Raudonatschen eine Grundfläche von 797 Morgen. Der Viehbestand sind 11 Pferde, 41 Rinder, 30 Schafe] und 52 Schweine.
Vorhandene Gebäude: 25,
Bewohner: 138.
An Steuern sind zuzahlen:
Grundsteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:


54 Thaler 25 Silbergroschen 5 Pfennige;
17 Thaler, 2 Silbergroschen, 4 Pfennige ;
23 Thaler 9 Silbergroschen,;
1 Scheffel 12 Hetzen Roggen, 14 Hetzen Gerste,
5 Thaler 13 Sildergroschen
für die Schule Raudonatschen.
Das adlige Gut mit Klein Raudonatschen, Schäferau, Laugallen, Schackwethen und Weedern hatte eine Grundfläche von 4 319 Morgen 162 Ruten.
Der Viehbestand zählte 154 Pferde, 293 Rinder, 1 469 Schafe, 230 Schweine.
Vorhandene Gebäude: 56, Bewohner: 411.
An Steuern waren zu zahlen:
Grundsteuer:
Einkommensteuer:
Klassensteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben




und




411 Thaler 26 Silbergroschen
52 Thaler 15 Silbergroschen
212 Thaler 19 Silbergroschen 9 Pfennige
70 Thaler 11 Silbergroschen 2 Pfennige,
241 Thaler 19 Silbergroschen,
10 Scheffel, 4 Hetzen Roggen,
5 Scheffel 4 Hetzen Gerste,
19 Thaler 13 Silbergroschen
für die Schule Raudonatschen,

2 Scheffel 5 Hetzen Roggen,
1 Scheffel Gerste, 5 Zentner 107 Pfund Heu,
32 Bund 5 Pfd. Stroh,
6 Thaler 19 Silbergroschen 11 Pfennige
für die Schule Plauschinnen.
1864
hatte der Gutsbezirk 271 Einwohner, 12 Wohngebäude, 5 gewerbliche Gebäude, 22 steuerfreie Gebäude, 1 248 Morgen Ackerland (meist Kl. 4+5), 614 Morgen Wiesen, 302 Morgen Weiden; der Gemeindebezirk 156 Einw., 12 Wohngeb., 14 steuerfreie Geb.; das Ackerland betrug 617 Morgen (meist Kl.4), 80 Morgen Wiesen und 91 Morgen Weiden.

1871
zählt der Gemeindebezirk 99 Bewohner, alle evangelisch, 21 Haushaltungen, 10 Wohngebäude.
Der Gutsbezirk umfaßt damals die Güter Raudonatschen und Laugallen, die Vorwerke Weedern, Schäferau, Schackwethen und Klein Raudonatschen. Vorhanden sind 20 Wohngebäude, 67 Haushaltungen, 446 evangelische Einwohner.

1905
hat der Gutsbezirk Raudonatschen allein einen Gesamtflächeninhalt von 635 ha. Zu ihm gehören 13 Wohnhäuser, 41 Haushaltungen, 215 ev. Einwohner.

1925
Raudonatschen mit Inster-Bejehnen hat einen Flächeninhalt von 838 ha, 17 Wohnhäuser, 50 Haushaltungen, 238 Bewohner, davon 232 Angehörige der Landeskirche, 1 Katholik.

1929
gehört Gut Raudonatschen der Ostpreußischen Landgesellschaft; der Verwalter hieß Reechke. Es hatte 125 ha, einen Viehbestand von 115 Rindern, davon 42 Milchkühe, 38 Pferden., 48 Schweinen und 22 Schafen.
1939
hat Kattenhof (Raudonatschen) 57 Haushaltungen mit 270 Einwohnern. Es arbeiten in der Landwirtschaft 205, 29 in Industrie und Handwerk, 12 in Handel und Verkehr, 51 sind Selbständige, 42 mithelfende Familienangehörige, 7 Beamte und Angestellte, 152 Arbeiter. Es gibt 4 landwirtschaftliche Betriebe von 0,5 - 5 ha, 1 von 5-10 ha, 15 von 10 - 20 ha, 2 von 20 - 100ha und 2 von 100 ha und mehr.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Kattenhof ( Einw. : 270 Fläche : 838 ha )
    • alter Namen : Raudonatschen
    • nach 1945 : Volocaevo

    • Insterfelde ( Anm.: das Dorf existiert nicht mehr)
      • alter Namen: Raudonatschen,Schä.

Anmerkung: Ort und Wohnplatz zugehörig zum Ksp. Breitenstein

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1198 (Breitenstein) und Nr.1199 (Rautenberg) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Freitag, 11. Februar 2011