Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Grünweiden ( Plimballen)

Grünweiden war ein kleines Dorf mit 123 Einwohnern.
Nachfolgend die Namen und Besitzgröße der 23 Bauern:

Friedrichkeit,
Romeikat, Emma
Baschkat, Otto
Bronnert, Franz
Eckert, Helene
Engelhardt, Otto
Lehmann, Fritz  
Lenknereit, Anna
Meyer, Otto
Romeikat, Ewald
Schimkat, Otto
Schneider, Fritz
Schweinberger. Luise
9,23 ha
11,65 ha
15,00 ha
20,50 ha
2,00 ha
5,00 ha
23,50 ha
7,75 ha
13,25 ha
7,75 ha
4,50 ha
7,50 ha
20,56 ha
Stich, Emil
Vermoneit, Albert
Baumann, Karl
Braun, Ulrich
Enseleit, Otto
Gamball, Gustav
Hahn, Emil
Lenkneit, Gustav
Preuß, Fritz
Romeikat, Otto
Stich, Berta
Vermoneit, Franz

3,00ha
27,50 ha
21,00 ha
1,50 ha
10,00 ha
0,75 ha
1,50 ha
10,00 ha
6,75 ha
6,00 ha
10,00 ha
6,50 ha

Bedauernswerterweise gibt es nur noch wenige Überlebende von Grünweiden und die wenigen, die noch am leben sind und in Mitteldeutschland wohnen, waren nicht ansprechbar.

Frau Ella Lehmann hat freundlicherweise über das Dorf einiges berichten können und war es nur durch ihre Hilfe möglich, etwas zu bringen. Das Grundstück von Familie Fritz Lehmann war 62 Jahre Familienbesitz. Fritz Lehmann war als Züchter guten edlen Pferdematerials bekannt. Er verkaufte seine Fohlen als Absatzfohlen an Güter oder stellte sie dreijährig der Remonte-Ankaufskommission vor. Eine Begebenheit bei solch einem Ankauf sei hier als eine Besonderheit erwähnt:

Das von der Kommission zum Ankauf vorgesehene Pferd sollte mit Kreide die Nummer 8 erhalten. Dabei gebärdete es sich so nervös, daß die Kommission auf den Ankauf verzichtete. Vater Fritz Lehmann bat den Präses, das Pferd ein zweites Mal von seinem 10jährigen Sohn vorführen und reiten zu lassen. Die Kommission billigte den Wunsch, und stolz trabte der 10 jährige Reiter mit dem Pferd vor den Augen der gestrengen Herren vorbei. Major von der Knesebeck war erfreut über den mutigen kleinen Reiter und schenkte ihm 3,00M mit dem Bemerken, dass ein Soldat auf alle Fälle das Pferd reiten kann, wenn dieser kleine Junge damit zurechtkommt. Das Pferd wurde angekauft.

Als Handwerksbetrieb wäre der Glaser Anton Duckert zu nennen, der von Hof zu Hof ging, um Reparaturen auszuführen. Neben 2 Töchtern hatte er 5 Söhne, die alle im ersten Weltkrieg gefallen sind. Ein Tischlereibetrieb des Anton Urmoneit ist, nachdem dieser 1925 im Wald tödlich verunglückte, von einem Tischler August Förster weitergeführt worden. Eine Gastwirtschaft mit Kolonialwarengeschäft hatte Karl Baumann, und Bürgermeister der Gemeinde war viele Jahre Schweinberger, später Rautenberg.

Grünweiden hatte 2 Schulen. Schule I, in der Nähe der Chaussee gelegen, war über 100 Jahre alt. 1938 wurde das 100-jährige Bestehen gefeiert und zum Gedenken am Schulhaus eine Eiche gepflanzt. Lehrer der Schule waren, soweit bekannt, Eckert, Kötter, Winter und im zweiten Weltkrieg die Schulhelferin Waltraut Bronnert sowie Frieda Lehmann.
Schule II, hinter Bauer Lehmann zur Forst gelegen, war im Laufe der Jahre mit folgenden bekannten Lehrern besetzt: Stulgys (um 1875), Laux, Hausmann, Schieleit, Braun und Haase. Zum Schulverband Grünweiden gehörten die Gemeinden: Grünweiden, Groß Kummen, Klein Kummen und Langenflur.


Das Bild zeigte die Familie Romeikat (Max und Emma Romeikat
mit den Kindern Erna und Elsa)

Plimballen oder Urban wird schon in den Abrißbüchern des Deutschen Ordens 1591 erwähnt. Es heißt dort am 28.Juni:
Plimballen oder Urban, eine Neusasserei (Neusiedlung) mit 3 Hufen 28 Morgen 101 Ruthen, heute Plimballen, Kirchspiel Kraupischken, Krs.Ragnit, auch genannt im Abriß von Budeningken.

Generalhubenschoßprotokoll von 1719 sagt folgendes:
Zu Plimballen : Königl. Bauerndorf - gehören 11 Hufen 6 Morgen. Bei der Taxation erschienen aus Plimballen Jürg Plonsoweit und Andres Püngel.

1785:
Königliches Bauerndorf mit 9 Feuerstellen.
1822:
Nach Prästationstabellen: Frei-Bauerndorf.
Eigentümer : Erbfreie
Johann Funk
Gottlieb Stich
2 Hufen 1 Morgen 32 Ruthen
7 Morgen 35 Ruthen
Freigewordene Immediat-Einsassen
Erdmann Urmoneit
Friedmann Struwe
(früher Christoph Preuß)
Wilhelm Urmoneit
Jurge Urmoneit
Jurge Pruscheitis
Christoph Burgschat
Willus Klimkus (jetzt Christoph Kerwien)

Eigenkätner
Michel Klimkus
Nicht-Eigenthümer
ist Schullehrer Freundt.

2 Hufen 1 Morgen. 32 Ruthen ererbt
3 Hufen 3 Morgen 16 Ruthen erkauft

1 Hufen 164 Ruthen
2 Hufen 1 Morgen 148 Ruthen
2 Hufen 1 Morgen 147 ½ Ruthen
27 Morgen 117 ½ Ruthen
2 Hufen 1 Morgen 147 Ruthen


37 Ruthen
1839
Gr. und Kl. Plimballen, Bauerndorf, Sprache litauisch und deutsch, 24 Feuerstellen, 136 evangelische Christen,
1863
Gr. Plimballen, schatull-freies Dorf:
Grundfläche : 1000 Morgen 87 Ruthen
Viehbestand : 31 Pferde, 77 Rinder 73 Schafe, 63 Schweine
Gebäude : 52 - Bewohner : 169
Steuern
Grundsteuer :
Klassensteuer :
Gewerbesteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben: .




47 Thaler 2 Silbergroschen
122 Thaler 15 Silbergroschen
8 Thaler
31 Thaler 22 Silbergroschen 7 Pfennige
15 Thaler 28 Silbergroschen 1 Pfennige
2 Scheffel 11 Metzen Roggen
7 Zentner 20 Pfund Heu; 27 Bund Stroh
8 Thaler für die Schule Gr. Plimballen

1863
Kl.Plimballen, Kolonie:
Grundfläche: 73 Morgen 130 Ruthen
Viehstand: 5 Pferde, 16 Rinder , 14 Schafe, 15 Schweine
Gebäude: 8 - Bewohner : 54
Steuern:
Grundsteuer :
Klassensteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:





4 Thaler. 2 Silbergroschen
25 Thaler 3 Silbergroschen 1 Pfennig
4 Thaler 27 Silbergroschen 7 Pfennige
1 Thaler 28 Silbergroschen
5 Metzen Roggen
98 Pfund Heu - 3 Bund 8 Pfund Stroh
3 Thaler. 4 Silbergroschen. 3 Pfennige
für die Schule Gr.Plimballen
1869:
Plimballen: 254 Einwohner, 880 Morgen Ackerland, (hauptsächlich Kl.5+6),
104 Morgen. Wiesen, Gesamtflächen 1090,70 Morgen
29 Wohngebäude, 1 gewerbl. Gebäude, 44 steuerfreie Gebäude.

1871:
Gr.Plimballen: 25 Wohngebäude, 169 Einw. (1867=189 Einwohner),
169 preußich und evangelisch, 63 Analphabeten.

Kl.Plimballen: 8 Wohngebäude, 13 Haushaltungen, 66 Einwohner (1867=61 Einwohner), 66 preußisch und evangelisch, 25 Analphabeten.

1905:
Gesamtfläche 260 Morgen., 27 Wohnhäuser, 33 Haushalte, 165 Personen.,
160 evangelisch und deutsch, 5 evangelisch und litauisch.

1931:
260 ha Gesamtfläche, 29 Wohnhäuser, 34 Haushalte, 149 Personen., alle evangelisch.

1938:
Grünweiden:
39 Haushalte, 153 Personen, 104 in Land- und Porstwirtschaft,
19 in Industrie und Handwerk, 50 Selbständige, 41 mithelfende Angehörige, 6 Beamte und Angestellte, 33 Arbeiter.
7 Betriebe von 0,5-5 ha, 9 von 5-10 ha, 6 von 10-20 ha, 5 von 20-100 ha.

Autor : Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971 (Text und Bild)

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Grünweiden ( Einw. : 153 Fläche : 260 ha )
    • alter Namen :Plimballen (bis 16.07.1938)
      ( ab 1839 bis 1905 : Gr. und Kl. Plimballen)
    • nach 1945 : Brjusovo

Anmerkung: zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1298 (Stablacken) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 19.02.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Freitag, 11. Februar 2011