Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein :
Grüntal - Pautkandszen

Otto Barkowski berichtet in seiner Schrift "Die Besiedlung des Hauptamtes Insterburg", daß 1687 im Hanischen Schulzenamt der Cöllmer Merten Wentz in Pautkandszen wohnte.

Goldbeck nennt 1785 Pautkandszen ein königliches Dorf mit 17 Feuerstellen im Amtsbezirk Moulienen, eingepfarrte zur Kirche Kraupischken.

Die Prästationstabellen von 1822 geben den Landbesitz der Ortschaft mit 49 Hufen 8 Morgen und 147 Ruthen an.

1839
ist es ein "melirt Dorf" (Cöllmer und Bauern) mit 31 Feuerstellen.
Bewohner: 207 evangelische Christen, Sprache der Bewohner litauisch und deutsch.

1863 heißt es Pautkandszen, köllm. und schatull-freies Dorf.
Grundfläche: 2091 Morgen 146 Ruthen
Viehbestand: 57 Pferde, 84 Rinder,122 Schafe, 70 Schweine.
Gebäude: 67 - Bewohner: 224
Steuern bzw. Abgaben sind zu zahlen:
Grundsteuer:
Klassensteuer:
Gewerbesteuer:
Kreisabgaben:
Gemeindeabgaben:
Schulabgaben:



84 Thaler 26 Silbergroschen 6 Pfennige
201 Thaler 1 Silbergroschen 3 Pfennige
8 Thaler
59 Thaler 9 Silbergroschen 7 Pfennige
8 Thaler 7 Silbergroschen 6 Pfennige
5 Scheffel Roggen, 13 Zentner Heu,
49 Bund 10 Pfund Stroh,
19 Thaler 14 Silbergroschen
für die Schule Kuttkuhnen.

1864
ist Pautkandszen ein Gemeindebezirk mit 225 Einwohnern, einer Ackerfläche von 1627 Morgen (haupts. Kl. 5) mit 182,86 Morgen Wiesen, 136 Morgen Weiden, Gesamtflächeninhalt beträgt 2025 Morgen.
Es sind vorhanden: 29 Wohngebäude, 2 gewerbliche Gebäude, 55 steuerfreie Gebäude.

1871
hat es 32 Wohngebäude, 50 Haushaltungen, 267 Einwohner. Davon sind 265 Preußen, 2 Nichtpreußen, 252 Evangelische und 15 Juden.
1871
Die Salzburger Colonie Pautkaudszen hat 1871 9 Wohngebäude,10 Haushaltungen, 49 Bewohner, davon 48 Preußen.

1905
Gesamtfläche = 681 ha, 46 Wohnhäuser, 54 Haushaltungen. 303 Personen; 303 evangelisch, 269 deutschsprachig, 34 litauisch.

1916 heißt Pautkaudszen "Grüntal" mit einer Gesamtfläche von 712 ha, 41 Wohnhäusern, 56 Haushaltungen, 290 Personen; davon sind 282 Angehörige der Landeskirche,

Vor dem zweiten Weltkrieg hatte Grüntal 36 Bauern. Es grenzte an Hasenflur (Spirginnen), Weedern und Kuttenhof (Kuttkuhnen).

Es ist natürlich nicht möglich, Jeden Bauernhof einzeln zu beschreiben, dafür mögen die Gemeindeglieder Verständnis haben, wenn sie an dieser Stelle nur ihren Namen und die Angabe der Größe ihres Hofes finden:
Broszet, Franz - 5 ha
Dahms, Karl - 33 ha
Flamming, Emil - 7 ha
Gerwinat, Fritz - 5,5o ha
Hagemeister, Gustav - 9,07 ha
Kessler, Emil - 3,25 ha
Klebingat. Adolf - 6,50 ha
Kübart, Karl - 18,68 ha
Kuknat. Adolf - 15,30 ha
Kummutat. August - 14,41 haKummutat.Gustav - 23,47 ha
Pilzecker,Matthes - 11,25ha
Pilzecker,Max - 31,21 ha
Samloweki,Adolf - 9,61 ha
Schwarzin, Wilhelm - 38 ha
Siebert, Otto - 10,09 ha
Steiner,Max - 9 ha
Stepputat,Albert - 40,66 ha
Stulgies, Heinrich - 14,60 ha
Tausendfretmd, Anna - 6 ha
Ungereit, Albert - 20 ha
Ungereit, Ewald - 10 ha
Urbschat, Johann - 9 ha
Woltersdorf, Ferd - 7,68 ha
Zimmermann, Adolf - 14,16 ha
Barknin, Fritz - 27,80 ha
Brandt, Fritz - 6,50 ha
Ehlert, Adalbert - 33,06 ha
Gerulat, Heinrich - 7,50 ha
Gerwenat, Ewald - 20,25ha
Grüntseh, Ernst - 15 ha
Maurischat, Christ. - 20 ha
Schoen, Ewald - 15,50 ha
Strasdat,Otto - 27 ha
Ungereit.Ferdinand - 5,50 ha

Die Grüntaler Bauern haben alle intensiv gewirtschaftet. Die Höfe brachten größtenteils gute Erträge und so galt das Dorf immer als wohlhabendes Bauerndorf. Allen noch heute lebhaft in Erinnerung ist der langjährige Bürgermeister Adalbert Ehlert. Er hat für seine Gemeinde viel Gutes getan und sich damals mit allen Kräften für den Chausseebau Kauschen-Grüntal eingesetzt.

Durch seine biedere ostpreußische Art fand er bei vielen Stellen der Behörden Gehör und erreichte meistens das, was er wollte. Es war allgemein bekannt, dass er gerne andere Menschen beeinflußte, die seine Anträge an die zuständigen Stellen schrieben, und er nur seinen "Adalbert" zu unterschreiben brauchte. In unseren Gasthäusern war er sehr beliebt, war nie kleinlich in sogenannten Bierlagen und hielt seine Stellung bis zur frühen Morgenstunde, wenn es einmal sein mußte. Hilfsbereitschaft und gute Laune zeigte er stets, und mit Recht kann man ihn als ein ostpreußisches Original bezeichnen. Sein Grundstück bewirtschaftete er mit seinen Familienangehörigen vorbildlich. Im Dorf war eine Gastwirtschaft mit Kolonialwarengeschäft, die Kummetat gehörte. Inhaber war Stulgies.

Quelle : Matthias Hofer und Christa Palfner : "Das Kirchspiel Kraupischken - Breitenstein im Kreis Tilsit-Ragnit"; herausgegeben im Selbstverlag der Stadt Lütjenburg © 1971

letzte Statistik (Stand : 1.08.1944) - Einwohner Stand :17.05.1939)
  • Grüntal ( Einw. : 255 Fläche : 497 ha )
    • alter Namen :Pautkandszen ( bis 24.10.1916)
    • nach 1945 : Solnecnoje

      • Gut Weedern

Anmerkung: zugehörig zu ev. Ksp. Breitenstein

Kartenmaterial:
Der Ort ist auf folgenden Landkarten verzeichnet:
  • Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 - Ausgabe Kreiskarten/Kreis Tilsit-Ragnit aus dem Jahre 1940 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • Karte des Deutschen Reiches - Topographische Karte 1:25 000 - Nr. 1199 (Rautenberg) -
    aus dem Jahre 1938 - Nachdruck Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Karten sind unter folgender Internetadresse zu beziehen: www.bkg.bund.de


Kirchspieldörfer



© Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit e.V.
verfaßt am 01.07.2003
www.tilsit-ragnit.de
letzte Änderung dieser Seite : Freitag, 11. Februar 2011